Kastration - wie bereitet man sich und seine Frettchen darauf vor!? Was macht anschließend?!
 
Kastrationen sind wichtig, als Vorbeugung gegen Nachwuchs und diverse Krankheiten, wie Gebärmutterentzündungen, Gebärmutter- oder Brustkrebs, Dauerranz, Hodenkrebs (ja, auch Rüden können krank werden, wenn sie unkastriert bleiben!) oder hormonell bedingten Verhaltensstörungen, wie übermäßige Aggression oder Depression.
 
Eine Kastration ist also sinnvoll, aber eine Operation bleibt eine Operation, Narkosen bedeuten immer ein Risiko... Wie bereitet man sich und seine Frettchen auf diese OP vor, damit alle sie gut überstehen?
 
            Vor der OP
 
  1. Man lässt sich vom Tierarzt ausführlich erklären, was wie gemacht wird. Was ist eine Kastration eigentlich? Was passiert da im OP-Saal?
  2. Man fragt den TA, wie oft er schon Frettchen operiert hat, ob er Erfahrungen damit hat, ein Frettchen zu narkotisieren und zu kastrieren. 
  3. Man trinkt daheim einen Beruhigungstee, wenn die Aufregung zu groß wird...  
      Beim TA
 
  1. Vor der OP wird das Frettchen gründlich vom TA untersucht, ob es gesund ist und nichts dagegen spricht, das Frett zu narkotisieren.
    Bitte sagt dem Arzt, falls das Frettchen an diesem Tag erbrochen hat oder Durchfall hatte!
     
  2. Etwa 3 - 4 Stunden vor der OP wird dem Frettchen das Futter weggenommen, auch alle Verstecke durchsuchen, damit das Frett nicht eventuelle Vorräte frisst! 
  3. Wasser darf und muss das Frettchen bis direkt vor der OP zur Verfügung haben! 
  4. Man bringt das Frettchen bei fast jedem TA relativ direkt vor der OP in die Sprechstunde, damit noch mal gemeinsam nach dem Gesundheitszustand geschaut werden kann und die erste Beruhigungsspritze dem Tier im Beisein des Besitzers gegeben wird.  
  5. Danach überlässt man dem TA das Feld und geht nach hause. Hier trinkt man dann noch eine Tasse von dem leckeren Tee und legt sich ggfs. noch mal hin oder erledigt Hausarbeit...
    Der TA wird jetzt das OP-Feld (also den Bauch oder Hoden) rasieren, desinfizieren und anschließend operieren.
     
  6. Nach einigen Stunden wird das Frettchen langsam aus der Narkose wieder aufwachen, immer mal wieder das Köpfchen heben, aber noch recht unbeholfen und orientierungslos sein. Bis zu diesem Zeitpunkt behalten die meisten TÄe ihre Patienten noch in der Praxis, um sie im Auge zu behalten und bei eventuellen Nachwirkungen der Narkose direkt eingreifen zu können. 
Am Tag der OP anschließend

 
  1. Jetzt holt man seinen kleinen Liebling wieder aus der Praxis ab und redet noch einmal mit dem TA. Sind Komplikationen aufgetreten, sah alles normal aus, ist dem TA irgendwas aufgefallen? 
  2. Zuhause angekommen legt man das operierte Frettchen auf ein handwarmes Heizkissen oder eine ebenso warme Wärmflasche, bzw. legt es sich auf den Bauch, bis es wach genug ist, wieder einigermaßen gefahrlos rumzulaufen. 
  3. Manche Frettchen sind bereits nach einer Stunde wieder so fit, dass sie toben, andere brauchen 2 Tage, um wieder richtig wach zu werden. Das ist von Tier zu Tier und je nach Narkosemittel unterschiedlich. Macht euch nicht zu viele Sorgen, wenn euer Frettchen nicht zu denen gehört, die am selben Abend schon wieder rumspringen! 
  4. Lasst das Frettchen seinen Rausch in Ruhe ausschlafen! Seht wenn möglich davon ab, ihm nach der OP eine „Aufwachspritze“ geben zu lassen (die geht bloß auf den Kreislauf) und fummelt nicht dauernd an ihm rum, wenn es euch nicht schnell genug wach wird.
    Wenn ihr nicht die Zeit habt, das Tier auf eurem Bauch wach werden zu lassen, dann legt es zum aufwachen in einen Kennel oder kleinen Käfig, damit es sich in seinem Rausch nicht verletzen kann.
     
  5. Eine Toilette sollte vorhanden sein, allerdings mit niedrigem Rand und nicht mit Streu, sondern mit Zeitung oder Küchenpapier ausgelegt.
    Dies sollte auch am Tag nach der OP noch so bleiben, bis die OP-Wunde vollständig verschorft ist.
     
  6. Wasser und Futter sollte das Tier erst dann wieder zur Verfügung gestellt bekommen, wenn es so wach ist, dass es problemlos geradeaus laufen kann! Bis dahin gibt es kein Futter und Wasser nur tröpfchenweise von Hand. Ansonsten könnten die Tiere sich verschlucken und durch die Nachwirkungen der Narkose ersticken. Ihnen fehlt dann nämlich die Koordination, evtl. Erbrochenes oder eingeatmetes Futter oder Wasser auszuspucken. 
            Die Tage nach der OP
 
  1. Bitte nicht an der OP-Wunde rumpulen! Aber täglich kontrollieren, wie die Wunde aussieht. Sind die Ränder (oder noch mehr) gerötet oder geschwollen, gehen die Nähte auf, eitert die Wunde oder leckt das Frettchen sich rund um die Naht die Haut wund, dann unbedingt wieder zum TA gehen. 
  2. Wenn das Frettchen wieder richtig wach ist, sollte auch langsam wieder für Gesellschaft gesorgt werden. Man nimmt erst mal nur ein Frettchen aus der Gruppe, setzt ihn zu dem Operierten und sieht, ob der andere die Wunde zufrieden lässt und den Operierten nicht zu sehr überanstrengt. Gemeinsam genesen Frettchen viel schneller... 
  3. Etwa 10 Tage nach der OP werden die Fäden gezogen. Allerdings werden Rüden meistens nicht genäht, weil die Wunden eh nur sehr klein sind und auch ohne Naht heilen.
  4. Die Haare wachsen bei jedem Frettchen anders nach - bei einem geht es schnell, bei dem nächsten dauert es fast bis zum nächsten Fellwechsel, bei einem wachsen die Haare ganz gleichmäßig, bei dem anderen erstmal nur um die Naht herum... Bei dunklen Frettchen (Iltis, Blackself, dunkle Silvers) schimmert die rasierte Fläche erstmal bläulich, bevor das Fell wiederkommt. Das sind die nachwachsenden Haare unter der Haut, also keine Panik, es sind keine Blutergüsse!!
 
Und schon hat man es überstanden!
 
Diese Vor- und Nachsorge gilt natürlich weitgehend auch für jede andere OP, die bei einem Frettchen ansteht.