Es gibt 3 Arten, Frettchen zu halten:

1.) reine Wohnungshaltung
2.) reine Außenhaltung
3.) kombinierte Außen- & Innenhaltung

Alle haben eines gemeinsam: Frettchen hält man NIE alleine! (außer man hat ein verkorkstes Frett, das keine anderen akzeptiert) Ich persönlich würde, wenn ich die Möglichkeit hätte, die 3. Art wählen. Da ich aber in einer Mietwohnung im 1. Stock wohne, ist das leider nicht möglich. So habe ich meine Monster im Außengehege.

Bei der Wohnungshaltung muss man darauf achten, dass die Wohnung "frettchensicher" ist! D.h. die Frettchen dürfen nirgends rankommen, wo sie sich selbst schaden könnten! (z.B.: Fensterbänke - sie könnten stürzen, sich gegenseitig mit Blumenpötten bewerfen oder im Kippfenster einklemmen; Schränke - sie könnten an Putzmittel ran, sich einklemmen; unter Möbel - wieder Einklemmgefahr usw...) Außerdem sollten sie auch an nix kommen, was ihren Menschen noch wichtig ist, denn alles wird gnadenlos verschleppt und gebunkert! Am schönsten für Frettchen ist die käfiglose Wohnungshaltung, am besten mit eigenem Zimmer. Wenn das nicht geht (wie bei mir...), dann braucht man einen Käfig, der ausreichend groß ist. (Faustregel: 2 m² für die ersten 2 Frettchen, für jedes weitere Frett kommt 0,5 m² dazu).

 

* Vorteile der Wohnungshaltung: Die Frettchen sind rund um die Uhr um einen rum, man hat sie besser unter Beobachtung und bemerkt gegebenenfalls schneller, ob sie krank sind sind. Außerdem ist die Wohnung immer aufgeräumt!

 

* Nachteile der Wohnungshaltung: Ein gewisses Maß an Geruch läßt sich nicht vermeiden, Frettchen werden (fast) nie 100 %ig stubenrein und sie bekommen den Jahreszeitenwechsel nicht unmittelbar mit, so daß sie zu früh in die Ranz kommen und zu lange ranzig bleiben können, außerdem kann es sich auch auf den Fellwechsel auswirken. Außerdem hat man während des Fellwechsels die ganze Wohnung voll Haare... Man kann nichts rumliegen lassen, was man später noch wiederfinden möchte und muß sich, zugunsten der Frettchen-Sicherheit, evtl. von gewissen Dingen trennen (wie Bodenpflanzen, offenen Regalen in Bodennähe und der Vorstellung, daß Teppiche sauber am schönsten sind...).

 

Der Frettchenkäfig darf nie mit scharfen Reiniger bearbeitet werden! Es können immer Reste verbleiben, auch wenn man noch so gründlich nachwischt. Also versucht lieber mit klarem, heißem Wasser zu wischen, oder wenn es denn doch sein muß, Essigreiniger zu nehmen. Wenn eure Tiere mal krank waren, dürfen die Toiletten auch mit einem Desinfektionsmittel, wie z.B. Sagrotan (niemals mit Chlor, das ist viel zu aggressiv für Frettchennasen!) geputzt werden. Haltet euch hierbei aber genau an die Gebrauchsanweisung (Desinfektionsmittel muß genau dosiert werden und eine bestimmte Zeit lang einwirken), sonst wirkt es nicht richtig und ihr macht Keime nur resistent. Außerdem muß das natürlich gründlichst abgespült werden!

 

 

Bei der reinen Außenhaltung müssen Gefahren für die Fretts natürlich auch ausgeschlossen werden! Das Gehege muss wesentlich größer sein, als das oben beschriebene, denn es ist ja auch ihr täglicher Auslauf! Also sozusagen ihre "Wohnung". Frettchen brauchen in ihrem Reich mind. 1 Schlafmöglichkeit (Kiste, Körbchen, Hängematte o.ä.), allerdings lieben sie es, immer mal woanders zu schlafen – mehrere Bettchen sind daher nicht umsonst, Futter- & Wassernäpfe, Kratz- & Kletterbäume, Spielzeuge (z.B. Klöterbälle, Drainröhren, Plüschtiere u.ä.) & Buddelkisten. Frettchen toben gerne, probieren alles aus und klettern überall rauf oder drunter (je nachdem *g*). Biete deinem Frettchen so viele Abenteuer, wie du kannst - nichts ist schlimmer für die kleinen Räuber, als Langeweile!

* Vorteile der Außenhaltung: Die Frettchen haben eine robustere Immunabwehr und werden seltener krank, durch die direkte Einwirkung der Jahreszeiten verläuft die Ranz meistens in natürlichen, gesunden Bahnen (trotzdem ist natürlich Kastration angesangt, wenn nicht gezüchtet wird!) und der Fellwechsel verläuft problemlos.

 

* Nachteile der Außenhaltung: Gerade Frettchenanfänger können Krankheiten übersehen und man muß Winter wie Sommer, bei jedem Wetter raus und für die kleinen Monster sorgen.

Außengehege wie meines können schlecht ausgewischt werden, also muß man zusehen, wie man es anderweitig sauber hält. Ein gewisses Maß an "Schmutz" macht den Frettchen nichts (also z.B. Erde oder Strohreste auf dem Boden), aber es sollte natürlich nicht überhand nehmen.
Ich reinige die Schlafkästen bei jedem Strohwechsel und fege das ganze Gehege regelmäßig aus. Da ich draußen keine Toiletten stehen hab, sondern das Streu (gepresste Strohpellets) direkt auf den Boden werfe, kann ich die nicht einfach so auswaschen. Im Sommer, wenn es warm ist, nehm ich den Gartenschlauch und spritze den gesamten Gehegeboden nass, schrubbe alles mit einer Putz-Bürste, schaufle das Schmutzwasser in Eimer, bzw. streue ein wenig Katzestreu auf die nassen Flächen und fege das anschließend weg, um danach frisches Streu auszustreuen.


 Hier gibt's eine Bauanleitung 
für ein Außengehege!

  Hier gibt's Einrichtungstipps  
für's Außengehege!

Das Gehege hat eine Grundfläche von ca. 2,5 x 5,7 m (ca. 14,25 m²), dazu kommt die neue Etage (siehe unten) mit ca. 2,5 x 0,8 m (ca. 2 m²), es leben immer um die 10 Frettchen darin.
Es befinden sich 2 Schlafkisten (sehr praktisch, wenn der Freund bei der BW ist! Eins ist eine Handgranatenkiste, in der anderen waren früher Löschdecken) im Gehege, im Hängeschrank befinden sich Schaffelle, es hängt eine Hängematte unter der Etage und im linken Gehegeteil hängt ein Einkaufskorb ("Ghana-Korb" oder "Seegras-Korb") mit einer Hundedecke, in dem die Fretts liebend gerne schlafen.
Insgesamt sind ungefähr 15 m Drainagerohr (teilweise mit Kokosfaser ummantelt) durch's Gehege "verlegt". Die Frettchen finden das toll und nutzen es oft. Sie müssen auch durch eine Röhre, um in die Etage zu gelangen. Meine anfänglichen Bedenken, ob die kleinen Monster die Etage so überhaupt nutzen, waren völlig umsonst, denn die Fretts finden es klasse, so ein Extrazimmer zu haben.
Sie haben sich 7 Klo-Ecken eingerichtet, in denen immer Streu (Strohpellets, die stauben nicht und sind kompostierbar) liegt und wo sie hinmachen können.

von außen:

 

Statt Katzen-Kratzbaum haben meine Monster ganze Baumstämme im Gehege, auf denen sie klettern und rumtoben, und die sie auch zum erklimmen ihrer Hängematte nutzen. Ein hohler Baumstamm (Nistkasten für Vögel, gibt's in Baumärkten und Gartencentern zu kaufen) ist ein prima Spielzeug oder auch "Chill out Room".
Wasserflaschen hängen mehrere im Gehege, trotzdem auch immer ein großer Wassernapf gefüllt ist.

von innen:
Die neue Etage (oben noch nicht mit drauf, sonst wäre sie ganz rechts)

 

Das Planschbecken:

Im Sommer gibt es ein großes Planschbecken, damit sich die Fretts abkühlen können. Dieses Ding hat nun die Maße 77 x 59 cm. Einige trinken höchstens draus, Shnooy, Buddy und Flummi legen sich begeistert komplett in's kühle Nass! Jedenfalls steht das Becken rund um die Uhr zu ihrer Verfügung.
Im Winter nehm ich es weg, da ich Bedenken habe, die kleinen Wasserfrettchen sind zu wild und toben auch bei Minusgraden darin.

Gaia und Falbi haben in der Wohnung einen normalen Katzen-Kratzbaum, den sie nutzen. Ohne die Rampe, die ich extra angebracht habe, würden sie nicht hochkommen, aber so geht es prima. Falbi schafft es sogar auf die kleine "dritte Etage", indem sie am senkrechten Balken hochklettert und sich dabei mit dem Rücken gegen die Wand stämmt! Gaia, meine alte Madame, interessiert sich dagegen so gar nicht dafür, diesen akrobatischen Akt überhaupt zu versuchen...

Kratzbaum in der Wohnung:

 

 

 Da mich der Aufbau dieser HP viel Zeit und teilweise auch große Mühe gekostet hat, möchte ich euch bitten, das Copyright zu achten und mich zu fragen, wenn ihr Bilder oder Texte verwenden wollt, die ihr hier gefunden habt! Keine Angst, ich beiße nicht.