Was unterscheidet Frettchen von anderen Haustieren?!

Es gibt einiges, was Frettchen mit anderen "bekannteren"  Haustieren gemein haben und vieles, was sie von ihnen unterscheidet.

Frettchen sind Raubtiere, wie Hunde und Katzen, folglich kann man sie eher mit ihnen vergleichen, als mit Kaninchen, Meerschweinchen oder anderen Klein- und Nagetieren. Sie sind, wie Katzen, reine Fleischfresser und haben einen starken Jagdtrieb. Ihr Nährstoffbedarf ähnelt dem, einer Katze. Sie werden einigermaßen stubenrein (mit etwas Glück jedenfalls ) und lassen sich an der Leine gassie führen, fast wie Hunde. Sie brauchen viel Zuwendung und werden ebenso zahm und menschengebunden, wie Hund und Katze, und trotzdem unterscheiden sie sich in vielen Punkten.

 Frettchen sind Chaoten und unglaublich neugierig. Wer meint, sein Hund oder seine Katze wäre in dessen Neugier nicht zu toppen, hat es noch nie mit einem Frettchen zu tun gehabt! Frettchen verstehen zwar, wenn ihre Menschen böse werden, aber sie begreifen nie, warum... Wo sie doch so unschuldige Englein sind!Frettchen werden NIE lernen, daß sie irgendwo nicht hindürfen (z.B. auf den Tisch, in's Bett oder in die Toilettenschüssel...), egal, wie oft man es mit ihnen trainiert - vergesst es einfach! Richtet euch so ein, daß die Fretts dort, wo sie nicht hindürfen einfach nicht hinkönnen. Alles andere ist reine Zeitverschwendung.

 Ein Punkt, den sie eigentlich mit allen Heimtieren gemein haben, der aber nochmal betont werden muß ist, daß Frettchen keine Einzeltiere sind!! Frettchen brauchen zwingend Artgenossen um glücklich sein zu können! Das Argument "Das Frett hat ja die Katze / den Hund zum spielen" ist Unsinn!

 Frettchen haben einen ziemlich starken Fellwechsel. Oftmals ist der bei Hund und Katze nicht so ausgeprägt. Ihr Fell ist im Winter nicht nur länger und sehr viel plüschiger und weicher, als im Sommer, auch die Fellfarbe kann sich ändern. Bei Albinos logischerweise nicht so stark (außer daß sie evtl. nach dem Fellwechsel wieder etwas weißer sind, als vorher), aber Iltisfrettchen haben häufig im Winter wesentlich hellere Gesichter, weniger Maske und insgesamt etwas graueres Fell. Silverfrettchen färben sich, wie ich merken durfte, beim Fellwechsel gerne mal komplett um - von kräftig silbergrau im Sommer zu fast schneeweiß im Winter, und wieder zurück...
Dazu kommt, daß Frettchen allgemein gerne mal die Fellfarbe ändern. Bei Iltisfretts ist mir das bisher nicht so stark aufgefallen, aber alle anderen (außer Binos...) sehen nach den Fellwechseln oftmals anders aus, als vorher. Sie werden insgesamt heller, dunkler, bekommen neue Abzeichen oder verlieren welche oder ihr Deckhaar durchsetzt sich von Jahr zu Jahr mehr mit weißen Grannen... Das fällt einem meist erst auf, wenn man sich alte Fotos anguckt, ist aber auch kein Grund zur Sorge.

 Bei Frettchen schwankt auch das Gewicht zwischen Sommer und Winter extrem! Sie fressen sich zum Winter hin ordentlich Speck an und nehmen so zwischen 25 % und 30 % an Gewicht zu! Eine 800g-im-Sommer-Fähe wird im Winter also ca. 1.000 g wiegen und ein 1.600g-im-Sommer-Rüde in Winter ca. 2.000g. Das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge! Viele Tierärzte wissen das nicht und raten einem zu einer Diät, wenn man im Winter zu ihnen kommt. Das wäre aber falsch und vergebene Liebesmüh, denn das Gewicht verschwindet zum Frühjahr hin von ganz allein wieder.  Außerdem ist das ein Zeichen, daß der Tierarzt sich nicht so supergut mit Frettchen auskennt...

 Frettchen neigen nicht dazu, sich zu überfressen und übergewichtig zu werden, im Gegenteil, sie müssen rund um die Uhr Futter zur Verfügung haben! Sie verdauen sehr schnell und können dadurch leicht mal unterzuckern, wenn man sie zu lange hungern läßt. Maximum (z.B. vor OPs) sind 3 bis 4 Stunden fasten!

 Um dieses hohe Gewicht zu erreichen, fressen Frettchen im Herbst / Winter viel mehr, als im Frühjahr / Sommer! Der Energiebedarf steigt und daher wird bis zu doppelt soviel gefressen.

 Frettchen besitzen zwar viele Instinkte, aber einer ist ihnen vollends verloren gegangen: Sie wissen überhaupt nicht von allein, was fressbar ist und was nicht! Achtet also darauf, was bei euch zuhause rumliegt und was am Wegesrand wächst, wenn ihr spazieren geht!! Frettchen fressen ohne zu zögern giftige Pilze, Tabak usw., oder trinken Alkohol...

 Ein weiterer verloren gegangener Instinkt ist bei vielen Frettchen die Scheu vor "natürlichen Feinden". Zwar gehen sie auf dem Spaziergang immernoch am liebsten unter Büschen oder in sonstiger Deckung (z.B. zwischen Frauchen's Beinen *stolper*), aber kommt ihnen ein Hund entgegen, sind die meisten Fretts neugierig und laufen eher hin, als sich zu verstecken.  Das kann arg in die Hose gehen, denn auch Hunde haben einen Jagdinstinkt und gerade bei Terriern, Dackeln und anderen unangeleinten Hunden wäre ich extrem vorsichtig! Auch anderen Fußgängern und Radfahrern wird freiwillig eher nicht aus dem Weg gegangen...

 Das eben beschriebene Verhalten ist einer der Gründe, wieso man Frettchen nicht wie Katzen stromern lassen kann. Ein weiterer wichtiger Grund ist, daß Frettchen womöglich nicht mehr nach hause finden, wenn sie einer interessanten Fährte gefolgt sind und über die Aufregung und Freude ganz vergessen haben, auf ihren Weg zu achten. Frettchen sind pfiffig, wenn es darum geht, Unsinn anzustellen, aber in vielen anderen Dingen sind sie sehr dösig...

 

  Anschaffung  Besonderheiten, die Frettchen von anderen Haustieren unterscheiden  Kosten  Stichpunkte  Abgabis, die zur Vermittlung stehen  Die Geschichten der Frettchen, die ich bisher vermitteln konnte