Wie bereitet man sich eigentlich darauf vor, daß bald Frettchen einziehen?

Tja, es ist ja nicht damit getan, sich die Tiere irgendwo zu kaufen! Dann steht man nachher da, weiß nicht wohin mit den kleinen Monstern, läßt sich die Wohnung zerlegen und bringt sie nach spätestens 2 Wochen völlig entnervt in's Tierheim... SO NICHT!

Zunächst einmal informiert man sich eingehend über Frettchen. Was für Bedürfnisse haben sie, was fressen sie, wie leben sie, was für Unsinn stellen sie an, lösen sie Allergien bei mir oder meinen Mitbewohnern aus, passen sie zu anderen Haustieren, kann und will ich sie artgerecht halten???????

Ist man ready, willing and able  tut man die ersten Schritte: Man schafft sich die Erstaustattung an. Die sieht folgendermaßen aus:

  • Käfig (am besten Marke Eigenbau)
  • Schlafstätten in Form von Kiste, Hängematte und / oder Katzenkörbchen
  • Bettzeug -> Fleece- oder Sweatstoff, T-Shirts o.ä.
  • Toiletten mit Streu und Schaufel
  • Näpfe für Wasser und Futter
  • Transportkiste für Tierarztbesuche u.ä.
  • Geschirr und Leine für Spaziergänge
  • Spielzeug und Klettergeräte (Drainageröhren, Kratzbaum, Klingelbälle...)
  • hochwertiges Katzen- und / oder Frettchenfutter
  • sobald mir mehr einfällt, kommt es dazu!

Marken- und Sortenbeispiele für alles sind auf dieser HP haufenweise zu finden.

Ist der Käfig aufgestellt und eingerichtet, geht man daran, die Wohnung frettchensicher zu gestalten. D.h. vor allem erstmal Schränke, Regale und Türen sichern. Frettchen sind gute Kletterer und sehr gewissenhaft dabei, alles runterzuschmeißen, was irgendwo drauf steht und sich bewegen läßt. Oft bringen sie sich dabei selbst oder gegenseitig in Gefahr, indem sie durch Ritzen krabbeln, in denen sie stecken bleiben oder Blumentöpfe von der Fensterbank schubsen, während der Artgenosse unten darauf wartet, was von oben kommt... Gekippte Fenster, leicht zu öffnende Schranktüren, Klappsofas, leichtgängige Schubladen, Spalten zwischen Schrank und Wand werden nur allzu oft zu lebensgefährlichen Fallen für Frettchen.
Mit etwas handwerklichem Geschick und etwas mehr Fantasie kann man aber all dem entgegenwirken, Spalten mit Sperrholz verbarrikadieren, Schränke und Schubläden mit Riegeln versehen usw.

Ist die Wohnung gesichert, holt man sich die Frettchen in's Haus. Auch hierbei sollte man über einige Punkte nachdenken! Woher bekommt man sie überhaupt?

  • Bitte nehmt keine Frettchen (oder andere Tiere) aus einer Zoohandlung! In 95 % der Fälle stammen deren Frettchen aus Zuchtfarmen, die nicht das Wohl der Tiere, sondern ihren Profit im Kopf haben. Massenzucht, Kastration und Entdrüsung im frühesten Welpenalter und der Verkauf, noch bevor die Kleinen wirklich entwöhnt sind, gehören zu deren Verkaufstrategie. Diese Frettchen sind oft verhaltensgestört, neigen dazu, sich kaum vergesellschaften zu lassen und durch die frühe Kastration Gesundheitsschäden davonzutragen. Außerdem sind die Verkäufer in Zooläden auch meistens völlig ahnungslos, was Frettchen angeht, beraten falsch oder gar nicht und leisten auch im Nachhinein keinerlei Hilfestellung. Und das bei Preisen, die nicht selten um die € 250,- liegen.
  • Beim Züchter sollte man sich nur dann Welpen holen, wenn man genug Erfahrung hat, Welpen zu erziehen (dabei kann nämlich so manches arg in die Hose gehen) und der Züchter die HIER (fast ganz unten) beschriebenen Kriterien erfüllt.
  • In Kleinanzeigen in der Zeitung oder dem Internet findet man oft Frettchen, deren Besitzer sie abgeben wollen. Hierbei sollte man als Anfänger vorsichtig sein, denn nicht selten sind dies Problemtiere. Sprecht in Ruhe mit den Inserenten und lasst euch die Tiere beschreiben, auch und vor allem die Abgabegründe. Besucht die Leute und schaut euch die Tiere an. Lasst euch als Anfänger keine Beißer aufschwatzen - so schwer es fällt, damit wärt ihr überfordert! Dann ruft lieber den nächsten Frettchenverein an und weist ihn darauf hin, daß dort jemand mit seinen Fretts überfordert ist. So kommt das Frett zu erfahrenen Menschen, die mit ihm umgehen können.
  • Das Tierheim oder der Frettchenverein sollte für Anfänger die beste Anlaufadresse sein. Hier werdet ihr intensiv beraten, man stellt euch die Abgabis vor und vermittelt euch Frettchen, die zu euch passen. Natürlich gibt es keine Garantie, das Fretts ihren Charakter niemals ändern, aber diese Vereine stehen euch ein Frettchenleben lang mit Rat & Tat zur Seite.
  • Private Frettchenvermittler (wie ich z.B.) machen es ähnlich, wie die Vereine - sie beraten und versuchen "eure" Frettchen zu finden, anstatt euch irgendeines anzudrehen, nur weil das vielleicht niedlich aussieht. Auch hier seit ihr als Anfänger gut aufgehoben

Natürlich gibt es überall Ausnahmen - es gibt supertolle Zooläden, die klasse beraten und ihre Frettchen von Züchtern aus der Umgebung holen, es gibt unseriöse Hilfen, die anstatt den Tieren wirklich zu helfen, nur ihr Ego füttern, es gibt Züchter, die nur das Geld sehen und ihre Tiere dabei halb verrecken lassen, es gibt in den Kleinanzeigen ganz liebe Leute, die ihre Frettchen aufgrund widriger Lebensumstände abgeben müssen usw usw!!! In der Aufzählung stehen nur die häufigsten Fälle, was in eurem Fall zutrifft, müßt ihr selbst rausfinden.
Aber werdet nicht hektisch, lasst euch Zeit bei der Suche, nehmt nicht das Erstbeste, nur weil es schnell gehen soll! Den Frettchen zuliebe...

 

 Anschaffung  Besonderheiten, die Frettchen von anderen Haustieren unterscheiden  Kosten  Stichpunkte  Abgabis, die zur Vermittlung stehen  Die Geschichten der Frettchen, die ich bisher vermitteln konnte

Da mich der Aufbau dieser HP viel Zeit und teilweise auch große Mühe gekostet hat, möchte ich euch bitten, das Copyright zu achten und mich zu fragen, wenn ihr Bilder oder Texte verwenden wollt, die ihr hier gefunden habt! Keine Angst, ich beiße nicht.