Abstammung:

 

Frettchen (Mustela Putorius Furo) gehören als domestizierte Nachfahren des Iltisses zur Familie der Erd- und Stinkmarder, und sind somit mit den Kleinbären verwandt (was die häufige Frage "sind die eher wie Hunde oder Katzen?" wohl endlich beantworten sollte: weder noch!).
Vor etwa 55 Mio. Jahren teilte sich die erste Säugetiergeneration in zwei Familien
- Viverravines (aus denen die Hyänen, Katzen, Mangusten und Schleichkatzen entstanden) und

- Vulpavines, und aus denen entwickelten sich
  * Hunde [vor ca. 36 Mio. Jahren],
  * Großbären [vor ca. 33 Mio. Jahren],
  * Ohren- und Hundsrobben [vor ca. 30 Mio. Jahren],
  * Kleinbären [vor ca. 25 Mio. Jahren]
  * und schließlich Marder und Stinktiere [vor ca. 20 Mio. Jahren].
Also sind die Verwandtschaften zu Hund und Katze doch arg weit entfernter Natur!

 

Frettchen bilden die einzige domestizierte Marderart der Erde, alle anderen Marder sind Wildtiere.

 

 

Es gibt in der Familie der Mustelidae (Marderartigen) 4 Unterfamilien, diese sich wie folgt unterteilen lassen:

Ordnung Carnivora -
Raubtiere
     
Familie

Mustelidae -
Marderartige

     
Unterfamilien

Mustelinae

Lutrinae

Melinae,
Taxidinae,
Mellivorinae

Mephitidae

Gattungen

Echte Marder, Erd- und Stinkmarder, Tayra, Vielfraß, Grisons, Zorillas, Lyncodon, Poecilogale, Tigeriltis
(9 Gattungen
)

Otter
(4 Gattungen)

Dachse
(6 Gattungen
)

Skunks
(3 Gattungen)
Arten 32 + 2 Unterarten (siehe Tabelle) 13 (siehe Tabelle) 12 (siehe Tabelle) 13 (siehe Tabelle)

 

Die hier gezeigten Marder sind WILDTIERE und keinesfalls geeignete Hausgenossen, auch wenn sie noch so süß oder interessant aussehen! Das Frettchen ist, wie schon erwähnt, die einzige domestizierte Marderart, und somit der einzige Marder, der in Deutschland ohne spezielle Haltegenehmigung gehalten werden darf. 
Marder sind allesamt Raubtiere, das natürliche Beutespektrum unterscheidet sich allerdings von Art zu Art, je nach Lebensraum. Marderartige bevölkern die gesamte Erde, außer der Arktis und Antarktis (der Vielfraß lebt in subarktischen Gebieten) sowie in Australien und Neuseeland. Dort leben nur eingeführte Arten.

Iltisse (Lebensraum ganz Europa, außer den Inselstaaten) ernähren sich hauptsächlich von Kleinnagern, bzw. -säugern (von Mäusen bis hin zu Kaninchen oder gar Hasen), Vögeln, Eiern, Amphibien, Reptilien und Insekten. Mit seinen Beutetieren nimmt der Iltis auch deren Mageninhalt, also vegetarische Kost auf, die ihn mit den nötigen Vitaminen versorgt. Ab und an geht der Iltis auch an Obststräucher und nascht süße Beeren.

Dies spiegelt auch den Nahrungsbedarf der Frettchen wieder, denn trotz Jahrtausende langer Domestikation, die auch Veränderungen des Verdauungstraktes nach sich zog, sind sie immer noch echte Raubtiere. Konventionelles Katzenfutter deckt den Bedarf  von Frettchen nicht vollständig ab, es fehlen nicht nur wichtige Nährstoffe, sondern es befinden sich sogar teilweise schädliche Zusätze in diesen Futtermitteln, wie eine hohe Salzmenge, Zucker und suchtfördernde Lockstoffe, außerdem wird weder das Gebiss noch der Verdauungstrakt durch dieses pürierte und anschließend wieder in Form gepresste Fleischmus ausreichend gefördert. Es können neben Karies, Übergewicht, Leber- und Nierenschäden auch Zahnstein und andauernder Durchfall entstehen.

 

Frettchen wurden ca. 300 vor Christus das erste Mal schriftlich erwähnt. Aristoteles (Griechenland) berichtet vom Ictis (als Honigdieb und Vogelfresser) und 200 Jahre später liest man in Briefen von Plinius (Rom) über Viverrae (die eine Kaninchenplage beenden sollten). Ursprünglich wurden Frettchen zur Schädlingsbekämpfung und Kaninchenjagd gezüchtet, sie sollten durch den Menschen handhabbar sein, aber ihren Jagdinstinkt bewahren. Frettchen waren in Europa lange vor der Hauskatze bekannt und verbreitet. Als diese allerdings Einzug hielt, geriet das Frettchen erst einmal in Vergessenheit. Erst relativ spät begannen Jäger die Vorzüge des Frettchens als Jagdgenossen wiederzuentdecken und damit kam das Frettchen dann auch als Haustiere ins Gespräch. Seit den 1980er Jahren wurde das Frettchen auch in Deutschland als Haustier immer beliebter und es entstand ein neuer "Trend". Frettchen wurden nun nicht mehr nur auf Jagdtauglichkeit gezüchtet, sondern vor allem auf Zahmheit und Schönheit. Gerade der letzte Punkt ging oft auf Kosten der Tiere, denn es wurde zu sehr auf das äußere geachtet, anstatt auf die Gesundheit. Um immer mehr Besonderes und Außergewöhnliches zu erschaffen, betrieb man Inzucht und verpaarte auch offensichtlich erbgeschädigte Tiere miteinander, deren defektes Erbgut sich mittlerweile durch die gesamte Frettchenpopulation Europas und Amerikas ziehen kann. Frettchenzüchter nehmen weite Reisen in Kauf um ihre Fähen im Ausland decken zu lassen oder Zuchttiere aus dem Ausland in ihre Heimat zu bringen. So ist kein Frettchen mehr sicher vor Gendefekten, von denen man bisher vielleicht nur aus dem Ausland hörte.

 

Dies ist einer der Gründe, wieso man als Züchter dringend Genetikkenntnisse braucht, und unbedingt die Abstammung seiner Zuchttiere kennen muss. Und es ist ein guter Grund, um als Frettchenkäufer sehr genau darauf zu achten, woher man seine Frettchen nimmt! Nicht jeder Züchter ist seriös. Außerdem ist zu bedenken, ob man nicht lieber einem älteren Tier aus dem Tierheim, privater Hand oder einer Frettchenhilfe ein neues Heim geben möchte.

 

 

Da mich der Aufbau dieser HP viel Zeit und teilweise auch große Mühe gekostet hat, möchte ich euch bitten, das Copyright zu achten und mich zu fragen, wenn ihr Bilder oder Texte verwenden wollt, die ihr hier gefunden habt! Keine Angst, ich beisse nicht.